Dr. Hella Schlumberger zum Gedenken

Public History München bekundet großes Bedauern über den Tod Dr. Hella Schlumbergers. Die Publizistin und Gründerin der Münchner Georg-Elser-Initiative starb im Juli im Alter von 83 Jahren. Sie hielt mit unbeirrbarer Kraft die Erinnerung an den Widerstandskämpfer Georg Elser aufrecht und hat so unserer Stadt ein dauerhaftes Vermächtnis hinterlassen.

Dass München den Georg-Elser-Preis vergibt und mit dem Georg-Elser-Platz einen Ort des Gedenkens kennt, ist zu großen Teilen ihrem beharrlichen Einsatz zu verdanken. In Jurysitzungen und bei Verleihungen gab sie dem Preis Profil und Haltung – als moralischer Kompass für Zivilcourage und Widerstand gegen Unrecht. Die Zusammenarbeit mit der Landeshauptstadt war Ausdruck ihres Idealismus und Vertrauens in die demokratische Streitkultur dieser Stadt. 

Nicht nur publizistisch rückte Hella Schlumberger die Erinnerung an Georg Elser mit unbeirrbarer Energie an eine zentrale Stelle der Stadtkultur. Die Landeshauptstadt München wird Hella Schlumberger in ehrendem Andenken bewahren – und ihr Werk weitertragen, besonders im Geist des Georg-Elser-Preises.

 

Fotografie eines Flyers zu Georg Elser. Darauf abgebildet ein junger Mann, gehend und das Zitat "Ich habe den Krieg verhindern wollen."
Infomaterial des Kulturreferats zu Georg Elser. Foto: Kulturreferat/Franziska Schrödinger

Zur Person

Dr. Hella Schlumberger (geboren am 27. Juni 1943 in Denkhaus bei Reetz, Pommern, gestorben am 13. Juli 2026 in München) war Schriftstellerin, Journalistin und Publizistin. Sie studierte Romanistik in Paris, München und Tübingen, wo sie auch promovierte. Ihr internationales politisches Engagement, publizistisch wie persönlich, folgte dem Maßstab Georg Elsers: widerstehen, wo Unrecht herrscht. Er führte zu investigativen Recherchen, etwa zusammen mit Günther Walraff und zu reisen in Krisenregionen der Welt; Bücher wie „Durchs freie Kurdistan“, „Kurdische Reise“ und „Der brennende Dornbusch“ geben den Betroffenen eine Stimme. Zugleich hielt sie ihrer Heimat in der Maxvorstadt den Spiegel vor: Für „Türkenstraße. Vorstadt und Hinterhof“ wurde Sie im Jahr 2000 mit dem Ernst-Hoferichter-Preis  ausgezeichnet. Bis zuletzt arbeitete Hella Schumberger an Vermittlungsformaten zu Georg Elser, unter anderem in ihrem Buchprojekt „Hitlerattentäter Georg Elser. Vom Verräter zur Lichtgestalt des Widerstands“. 

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